Dienstag, 25. Dezember 2007

Das Ende

Karl und der alte Moor sitzen vor der Schlossruine, Karl wartet darauf, dass man ihm Franz bringt. Der alte Moor bittet bei dem noch unerkannten Karl um Gnade für seinen Sohn Franz und gibt Karl seinen Segen.
Die räuber kehren zurück und berichten von Franz' Selbstmord. Weitere Räuber treffen mit Amalia im Schlepptau ein. Diese erkennt Karl un gesteht ihm ihre Liebe. Als Karl sich seinem Vater als Räuberhauptmann zu erkennen gibt, stirbt dieser, da er es nicht verkraften kann. Amalia gesteht Karl ein weiteres Mal ihre Liebe und die beiden erleben einen kurzen Moment des Glückes. Denn die Räuber erinnern Karl an seinen Schwur und fordern Amalia für die Bande. Daraufhin bittet Amalia, die erkennt, dass Karl nicht zu ihr zurückkehren wird, ihn darum, sie zu töten. Karl tötet Amalia als Opfer für die Bande. Er erklärt jedoch, dass er nicht mehr Räuberhauptmann sein möchte, sonder für seine Taten büßen will, idem er sich ausliefert.

Franz' Selbstmord

Mitten in der Nacht will Daniel vom Moorischen Schloss fliehen. Er trifft auf Franz, welcher an Angstvisionen leidet. Er erzählt Daniel von seinem Traum vom Jüngsten Gericht. Franz verlangt nach einem Pastor, welcher wenig später erscheint. Franz will dem Pastor beweisen, dass es keinen Gott und kei Jenseits gibt, welches der Pastor widerlegt. Er hält Franz eine Strafpredigt. Franz möchte kein Leben nach dem Tod haben und fragt den Pastor, welche Sünde groß genug wäre, um Gott so zu erzürnen, dass er ihm dieses Leben verweigern würde. Der Pastor nennt Vater- und Brudermord als die schlimmsten aller Sünden. Franz befällt ein verspäteter Anflug von Reue als er die Räuber nahen sieht und er erhängt sich an seiner Hutschnur. Schweizer findet den toten Franz und begeht ebenfalls Selbstmord, weil er sein Versprechen, Franz lebend zu Karl zu bringen, nicht halten kann.

Karls Racheschwur

Die Räuberbande lagert bei einer Schlossruine. Karl ist noch nicht zurückgekehrt und die Räuber machen sich sorgen. Spiegelberg versucht Razmann dazu anzustiften, den Hauptmann zu ermorden. Schweizer, der Verdacht schöpft, ersticht Spiegelberg und schließt Razmann aus der Bande aus. Karl kehrt zurück und denkt über seine Zukunft nach. Er ist kurz davor Selbstmord zu begehen, beschließt dann jedoch, seinen Lebensweg zu vollenden.
Hermann kommt zu der Ruine, um den dort gefangenen alten Moor mit Essen zu versorgen. Franz wollte seinen Vater, der doch nicht an einem Herzanfall gestorben war, dort verhungern lassen. Hermann erzählt Karl von Franz' Mordplänen, woraufhin Karl Rache schwört. er beauftragt Schweizer, ihm Franz lebend zu bringen.

Dienstag, 18. Dezember 2007

"Abschiedstreffen" mit Amalia

Amalia ist im Garten und macht sich Vorwürfe, weil sie sich zu dem angeblichen "Grafen" hingezogen fühlt. Der verkleidete Karl kommt hinzu und sie schwärmt ihm von ihrem Karl vor. Karl gibt sich ihr nicht zu erkennen, erzählt ihr aber von seiner Geliebten Amalia. Als Amalia erwähnt, ihr Geliebter konnte keiner Fliege etwas zu leide tun, flieht Karl.

Karl erfährt von der Intrige

Daniel erkennt in dem "Grafen" Karl von Moor und spricht ihn darauf an. Karl leugnet zunächst, gibt es schließlich zu, mit der Bitte, dass niemand davon erfährt. Daniel berichtet ihm von Franz' Intrige. Karl beschließt, abzureisen, nachdem er Amalia ein letztes mal gesehen hat.
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> Warum will Karl abreisen? Ich würde die ganze Sache klären wollen?

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Karl im Moorischen Schloss

Karl geht mt Amalia durch die Schlossgalerie. Er gibt sich ihr nicht zu erkennen, betrachtet jedoch sehr bewegt das Gemälde seines Vaters. Franz lässt sich durch die Verkleidung nicht täuschen, er erkennt seinen Bruder anhand seiner Reaktion auf eben dieses Gemälde. Er befielt dem Diener Daniel, den "Grafen" zu ermorden. Seine Drohungen, Daniel auf die Straße zu setzen, siegen schließlich über die Moralvorstellungen des Dieners: Daniel will den "Grafen" am nächsten Tag töten.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Vor dem Moorischen Schloss

Karl ist mit Kosinsky zum Moorischen Schloss gegangen. Er will sich als Graf von Brand aus Mecklenburg ausgeben, um Amalia und seinen Vater zu sehen.
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>Wann wird die Lügengeschichte von Franz auffliegen?

Kosinskys Geschichte

Nach der Schlacht ruht sich die Räuberbande in den böhmischen Wäldern aus. Kosinsky sucht die Räuber auf, um sich ihnen anzuschließen. Als Karl nach dem Grund für diese Entscheidung fragt, erzählt Kosinsky von seiner Verlobten Amalia, welche die Mätresse des Fürsten wurde, um ihm das Leben zu retten. daraufhin beschließt Karl, seine Amalia aufzusuchen.
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>Handelt es sich bei Karls Amalia und Kosinskys Amalia um ein und dieselbe Person, oder ist der Name von schiller nur gleich gewählt, um Karl an seine Geliebte zu erinnern?

Hermanns Geständnis

Im Moorischen Schloss versucht Franz Amalia zur Heirat zu überreden, sie zeigt ihm jedoch die kalte Schulter. Daraufhin droht Franz ihr und versucht sie in seine Kammer zu zerren. Amalia schnappt sich seinen Degen und wirft Franz aus dem Zimmer.
Hermann kommt herein und beichtet Amalia, dass Karl und der alte Moor noch leben.
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>Wie kann der alte Moor noch am Leben sein?
>Was wird Amalia unternehmen? Wird sie Franz verdächtigen?

Die Aktivitäten der Räuberbande

Die Räuberbande befindet sich in den böhmischen Wäldern. Spiegelberg berichtet Ranzmann von seinen Schandtaten und erklärt ihm, wie er neue Mitglieder für die Räuberbande gewinnen kann. Karl Moor kommt mit Roller und weiteren Räubern hinzu und sie berichten, wie sie Roller vor dem Galgen gerettet haben, indem sie eine ganze Stadt niedergebrannt haben. Karl macht sich Vorwürfe, weil Kranke, Frauen und Kinder ums Leben kamen.
kurz darauf ist der Räuberhaufen von Soldaten umzingelt und macht sich zum Kampf bereit. Plötzlich taucht ein Pater auf, beschimpft Karl von Moor, weil er die Stadt niedergebrannt hat, und versuchtden Haufen dazu zu überreden, ihren Hauptmann auszuliefern. Der Haufen hält jedoch zu Karl und sie ziehen in die Schlacht.
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> Warum wird der Auftritt des Paters an dieser Stelle eingeschoben?

Donnerstag, 29. November 2007

Die Nachricht von Karls angeblichen Tod

Der alte Moor und Amalia unterhalten sich über Karl. Der verkleidete Hermann überbringt ihnen und Franz die Nachricht von Karls angeblichen Tod. Amalia will ihm zunächst keinen Glauben schenken, doch dann zeigt Hermann ihnen ein Foto Amaliens, welches Karl bei sich gehabt haben soll, und sein Schwert mit der blutigen Aufschrift: "Franz, verlass meine Amalia nicht". Der alte Moor macht sich so große Vorwürfe, dass er kurze Zeit später, und nachdem ihm Amalia aus der Bibel vorgelesen hat, verstirbt. Amalia ist verzweifelt und Franz, der scheinbar sein Ziel erreicht hat, freut sich.
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> Wie wird es weitergehen?
> Wird Amalia Karls vermeintlich letztem Willen nachgeben?
> Erfährt sie die Wahrheit? Wenn ja, wie reagiert sie?

Mittwoch, 28. November 2007

"Ist das der Michael?" - mögliche Rollenbesetzungen für das Drama

Diese Frau passt meiner Meinung nach zur Rolle der Amalia. Sie sieht nachdenklich und etwas traurig aus, so wie sich Amalia wohl bei der Nachricht von Karls Tod fühlt. Sie hat auch etwas Entschlossenes im Blick, so wie ich mir die Amalia vorstelle, die sich nicht von Franz einreden lässt, dass Karl ein schlechter Mensch sei.




Diesen Mann habe ich für die Rolle des alten Moor ausgewählt. Er ist alt :-) und man sieht ihm an, dass er einiges durchgemacht hat. Trotzdem srtahlt er ein gewisse Würde aus. Er sieht aus wie ein Vater, der sich um seine Söhne sorgt.



Diesem Mann würde ich die Rolle des Spiegelberg geben, da er aussieht, als hätte er einige Lebenserfahrung und als ob er wüsste, was er erreichen möchte. Er sieht aus wie jemand, der Leute überzeugen und eine Räuberbande anführenkann(was Spiegelberg ja wollte).

Freitag, 23. November 2007

Franzens nächste List

Franz möchte Herr über das Moorische Schloss werden. Nachdem sein Bruder Karl so gut wie enterbt ist, gilt es nur noch den alten Moor aus dem Weg zu räumen. Da Franz nicht auf den Tod der kränklichen Vaters warten möchte, entwickelt er den Plan, seinem Vater die Nachricht von Karls Tod überbringen zu lassen, damit ihn Trauer, Schreck und Selbstvorwürfe umbringen. Hierfür spannt er Herman ein, dem er Karls Geliebte Amalia verspricht, welche ihm einst von Karl "weggefischt" wurde.
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> Wird es Franz gelingen, den alten Moor zu töten?
> Wenn ja, wie wird Karl reagieren?
> Wie wird Amalia reagieren un welche Rolle spielt sie in der Sache?

Donnerstag, 22. November 2007

Das Wort-Duell

Auffälligkeiten...

Zunächst ist mir aufgefallen, dass in Schillers Räuber wesentlich mehr Frage - und Ausrufezeichen vorkommen als in Kleists Kohlhaas. Dies lässt sich damit erklären, dass "Die Räuber" ein Drama ist und "Michael Kohlhaas" eine Novelle, in welcher weniger wörtliche bzw. indirekte Rede vorkommt.
Dann ist mir die Häufigkeit der Worte "Vater", "Bruder" und "Sohn" im Drama ins Auge gesprungen. Dies hängt wohl mit der Thematik zusammen, es geht viel um Familiäre Konflikte, während es in der Novelle, in welcher das Wort " "Fürst" häufig vorkommt, um politisch gesellschaftliche Konflikte geht.
Die auffällige Häufigkeit der Worte "Herz", "Mut", "Liebe" in Schillers "Räuber" deuten auf die Emotionalität des Dramas hin.
Die Worte "Recht" und "gerecht" kommen in beiden Werken etwa gleich oft vor, demnach gibt es hier eine Parallele in der Thematik.

Karls Geliebte

Franz unterhält sich im Moorischen Schloss mit Amalia (Karls Geliebte) über Karl. Franz versucht Amalia davon zu überzeugen, dass Karl ein schlechter Mensch ist und sie nicht liebt. Er erklärt ihr, dass er selbst viel besser zu ihr passen würde. Amalia schenkt Franz jedoch keinen Glauben und hält zu Karl. Schließlich schickt sie ihn weg.

Was hat Franz vor? Geht es ihm um Macht und Reichtum, um seinen Neid auf Karl, oder um Amalia - oder alles zusammen?
Seine Strategie scheint zu sein, alle "Stützen" Karls von ihm zu distanzieren, sodass Karl nicht nach Hause kehren Kann oder will.
Wird ihm dies gelingen?

Die Gründung der Räuberbande

Karl von Moor und Spiegelberg sitzen in einer Schenke und unterhalten sich. Karl trauert den alten Zeiten nach, in denen noch große Taten vollbracht wurden, während Spiegelberg ihm von seinen glorreichen - räuberischen - Plänen vorschwärmt und ihn von diesen zu überzeugen versucht. Karl ist davon nicht begeistert, denn er hofft auf eine Versöhnung mit seinem Vater. Doch statt der erhofften Vergebung erhält Karl den von Franz im Namen des Vaters geschriebenen Brief.
Spiegelberg erzählt nun auch den hinzugekommenen Libertinern von seinem Plan, eine Räuberbande zu gründen, um die akute Geldnot zu beheben. Schließlich stimmen alle diesem Plan zu und der über den brief aufgebrachte Karl wird zum Hauptmann gewählt, worüber sich Spiegelberg ärgert, da er diesen Posten für sich gedacht hatte.

Die Vorwürfe, welche Franz Karl wegen seines ausschweifenden Lebensstils macht, scheinen in gewissem Maße der Wahrheit zu entsprechen, wobei Franz das ganze dramatisiert hatte, um seinen vater zu beeinflussen. Karl wollte diesen Lebensstil jedoch aufgeben und sich mit seinem Vater versöhnen. Dieses Vorhaben vereitelt Franz durch seinen Brief , indem er Karl einen Grund gibt, sich der Räuberbande anzuschließen.

> Welche neuen/alten Konflikte werden sich aus der Tatsache, dass Karl Hauptmann einer Räuberbande ist, ergeben? Wird es doch noch zu einer Aussöhnung mit dem Vater kommen?

> Wird Spiegelberg Karl als Hauptmann akzeptieren, oder wird er versuchen, selbst Hauptmann zu werden?

Mittwoch, 14. November 2007

Der gefälschte Brief

In der ersten Szene des ersten Aktes erhält der alte Moor einen Brief, in welchem der ausschweifende und Schande über die Familie bringende Lebensstil seines Sohnes Karl beschrieben wird. Dieser Brief ist allerdings eine hinterhältige List des anderen Sohnes, Franz, welcher seinen Vater gegen den älteren Bruder aufzuhetzen versucht. Durch geschickte Reden bringt Franz seinen Vater, welcher zunächst noch Bedenken hatte, dazu, sich mittels eines Briefes von Karl zu distanzieren.
Nachdem der alte Moor schlafen gegangen ist, erläutert Franz seine Absichten und Gründe: Er fühlt sich als Zweitgeborener ungeliebt und von natur aus benachteiligt. Dies möchte er ändern, indem er "alles um sich herum ausrottet".

> Ich komme mit dem Lesen des Dramas gut zurecht und bin neugierig auf die weitere Handlung.

> Zu den Charakteren....
Franz erscheint mir hinterlistig, egoistisch, gefühllos, machtgierig und skrupellos, vorallem aber neidisch auf seinen Bruder zu sein. Er schreckt nicht davor zurück, seinen Vater zu hintergehen und ihm seelische Schmerzen zuzufügen; er hofft sogar darauf, dass sein Vater an diesen Schmerzen zugrunde geht. Er fühlt sich von natur aus benachteiligt und zudem ungeliebt.
Der alte Moor hingegen erscheint sehr gefühlsbetont, er liebt seinen Sohn Karl und möchte ihm helfen, nimmt sogar die Schuld für dessen Verhalten auf sich. Auf der anderen Seite ist ihm die Ehre seiner Familie sehr wichtig. Er ist sehr gutgläubig und denkt gar nicht daran, dass Franz ihm etwas vorlügen könnte.
Karl kann ich noch nicht einschätzen, da die Aussage von Franz frei erfunden sein könnte, aber genauso gut, zumindest teilweise, der Wahrheit entsprechen könnte.

Donnerstag, 8. November 2007

Der Beruf Räuber


Räuber
- als Helden mit Schlapphut und Pistole, die den Armen gaben, was sie Reichen nahmen, sind uns allen bekannt. In unserer Vorstellung führten sie ein wildromantisches Leben, in Freiheit und nur dem eigenen Gewissen verpflichtet. Schriftsteller wie Friedrich Schiller oder Carl Zuckmayer haben dem Berufsstand der Räuber überdies alle Ehre gemacht: als freiheitsdurstige Rebellen gegen das Gesetz. Doch wie war das Leben der Räuber um 1800 wirklich? Tatsächlich so romantisch, mit Nachtquartier im Freien und so?

Wie wurde man Räuber?
Begriffe wie "Räuberhöhle", "Räuberbraut", Räuberehre" oder "Räuberhauptmann" sind Überbleibsel aus einer Zeit, als das Räuberleben geradezu einem eigenen Handwerk glich, das es mühsam zu erlernen galt. Woher die Gesellen dieser "Räuberzunft" kamen? Nach Ansicht der damaligen Untersuchungsrichter und Gendarmen waren es Männer und Frauen aus der "untersten Klasse der menschlichen Gesellschaft", aus der Schicht der Heimatlosen und Fahrenden. "Auf die Straße" kam man jedoch schnell: Als Kriegsversehrter oder Deserteur, als verschuldeter Bauer, Waise oder Taubstummer - um 1800 lebten in den deutschen Staaten zwischen 10 und 15 Prozent der Bevölkerung ohne festen Wohnsitz. Neben Minderheiten wie den Sinti und Roma zählten dazu auch die, die kraft ihres Berufes von der dörflichen Gemeinschaft ausgeschlossen waren: die Scherenschleifer, Korbflechter, Artisten oder Musikanten. Das Umherziehen war die einzige Möglichkeit ihrer Existenz. Bei festem Wohnsitz hätten sie Abgaben, Wach- und Frondienste zu leisten oder Miete zu zahlen gehabt. Die meisten von ihnen waren mit ihrer ganzen Familie auf Wanderschaft; das führte wiederum dazu, dass viele Kinder keine Gelegenheit bekamen, wieder sesshaft zu werden oder ein ordentliches Handwerk zu erlernen - ein Teufelskreis. "Kriminell" wurden die meisten Räuber und Gauner also nicht aus Vergnügen...

Die Räuberausbildung
Viele Räuber und Gauner entwickelten im Laufe der Zeit spezielle Tricks, die dem "beruflichen" Fort- und Weiterkommen dienen sollten. So gewöhnten viele Räubereltern ihre Kinder an das Ertragen von Schmerzen, damit sie Peitschenhiebe oder Daumenschrauben aushalten konnten und nicht petzten. Ebenfalls früh erlernten die Kleinen, wie sie für Ablenkung sorgen konnten, wenn ihre Mütter oder Geschwister auf dem Markt oder im Laden "einkauften", sprich Waren oder Geldbörsen in den diversen Röcken oder Ärmeln verschwinden ließen.

Das "echte" Rauben war jedoch Sache der Männer, es wurde - wie ein Handwerk - richtig erlernt und betrieben. Dabei herrschte in den großen Räuberbanden eine streng hierarchische Rangfolge: vom "Hauptmann" über die Veteranen bis zu den "Jungens". Ebenso fest in der Gruppe waren bestimmte Aufgaben verteilt: Einer war zum "Ausbaldowern" (Auskundschaften) bestimmt, einer zum "Schmiere-Stehen", ein anderer wurde "Schränker" (der, der einbricht) usw. Für jeden Raubzug wurde dabei ein Anführer neu gewählt, meist der, der das auszuraubende Objekt am besten kannte. Am Tatort selbst wurde die Beute von den "Jungens" schnellstmöglich weggeschafft, manchmal auch nur versteckt und später geholt.

Zu den Überlebenstricks der Räuber gehörte auch, sich gleichsam unsichtbar aus Gefängnistürmen befreien zu können: Von Damian Hessel, einem der bekanntesten Räuber um 1800 in Südwestdeutschland, hört man folgende Empfehlung: Man nehme eine kleine Feile und ein Goldstück, knete beides in ein Wachsei ein und lasse dieses unauffällig in einer Körperöffnung verschwinden. Bei Bedarf im Gefängnis "gelegt" und "gepellt", kommt der Inhalt zum Einsatz: der Goldtaler zur Bestechung der Wächter und - falls der Beamte dann doch wider Erwarten stur ist - auch die Feile.

Räubermoral
Räuber und Gauner haben nicht selten ihre eigenen Moralvorstellungen entwickelt. Sie nahmen sich, was sie brauchten: hier ein Ei, dort ein Huhn. Sie fühlten sich dazu berechtigt, schließlich mussten sie ja auch überleben. Dabei wurde natürlich feinsäuberlich zwischen "arm" und "reich" unterschieden: Die kleinen Leute - die den Räubern schon mal ein Winterquartier oder ihren schwangeren Frauen ein Lager boten - wurden meist verschont, überdies war bei ihnen sowieso nicht viel zu holen. Ganz anders aber die Reichen: Sie - so die Räuber - seien die eigentlichen Verursacher ihrer Not, sie hätten nämlich ihren Reichtum auf Kosten anderer erworben. Daher waren besonders wohlhabende Kaufleute oder Handelsjuden ein beliebtes Opfer der Räuber. Letzteren haftete überdies der jahrhundertealte Makel an, mit ihren Zinsforderungen arme Bauern an den Rand des Ruins getrieben zu haben.

So mancher Räuber aber ging mit der Zeit und wandte sich attraktiveren Geldquellen zu: Postkutschen und Geldtransporten aller Art. Sie zu überfallen, brachte nicht nur viel Geld, sondern auch einen Namen - beides auf einen Schlag.

(Ermengard Hlawitschka-Roth)

Räuber heute

Schulklasse überfallen - Schüler überwältigen Räuber

am 07.02.2007 von strafblog

Mit zwei Schreckschusspistolen in der Hand haben zwei Jugendliche in Bielefeld gestern eine Schulklasse in der Sporthalle ihrer Schule überfallen, um diese auszurauben. Die 16 und 17 Jahre alten Täter zwangen die Schüler und die Lehrerin zunächst dazu, sich auf den Boden zu legen. Dann wollten sie deren Wertsachen einsammeln. Das wiederum ließen sich die Schüler nicht gefallen. Sie wehrten sich und überwältigten die Räuber. Einer von ihnen konnte noch flüchten, wurde aber später von der Polizei festgenommen. Beide sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Verletzt wurde bei dem Überfall niemand, schreibt die netzeitung.